Steuerstabfahrrechner
Die Leistungsverteilung im Reaktorkern, die Gesamtleistung des Reaktors und der Abbrand des Kernbrennstoffs im Siedewasserreaktor werden durch Steuerstäbe kontrolliert. Während des planmäßigen Betriebes werden die Steuerstäbe in einer vorausberechneten Reihenfolge schrittweise aus dem Reaktorkern gezogen.
Der Steurerstabfahrrechner (SSFR) unterstützt den Reaktor-Operator bei der Reaktorsteuerung. Steuerbefehle für das Stabfahren werden anhand einer vorgegeben Reihenfolge auf Zulässigkeit geprüft. Nur zulässige Fahrbefehle werden an die Antriebssteuerung weitergeleitet.
Die einzelnen Aufgaben des SSFR sind:
- Speichern der Stabreihenfolge für den aktuellen Zyklus
- Zyklische Prüfung der Stabpositionen
- Prüfung von Steuerbefehlen für das Stabfahren
- Weiterleiten zulässiger Fahrbefehle an die Antriebssteuerung
- Überwachung der Stabbewegungen und Rücknahme des Fahrbefehls bei Erreichen der Zielpositionen des jeweiligen Schrittes
- Unterstützung des Operators bei der Herstellung eines korrekten Stabbildes nach betrieblich bedingtem Stabfahren ohne SSFR
Eine fehlersichere speicherprogrammierbare Steuerung (SPS) erfasst und verarbeitet insgesamt 1400 digitale und 200 analoge Signale mit einer Zykluszeit < 40 ms. Die SPS ist zweikanalig in 2 von 2 - Schaltung konfiguriert.
Als Mensch-Maschine-Schnittstelle MMI dient ein Industrie-PC für die Erzeugung von Berichten und die Datenspeicherung.
Ein separater Industrie-PC ist als Signalsimulator programmiert und ermöglicht den vollständigen Funktionstest der SPS und der MMI und somit den Nachweis der Verfügbarkeit des SSFR.
Um seine erforderliche hohe Zuverlässigkeit zu gewährleisten, führt der SSFR zyklische Autotests durch, die auch schlafende Fehler detektieren.
