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Karl-Friedrich Pötter
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AVIS - Altbergbauverwaltungs- und -informationssystem

Durch die Entwicklung des Verkehrsbaus im Land Brandenburg und die zunehmende Standortverlagerung des Industrie-, Gewerbe- und Wohnungsbaus außerhalb traditioneller Siedlungsflächen kommt der Kenntnis des untertägigen Altbergbaus und dessen Auswirkungen auf die Erdoberfläche (Tagesbrüche, Senkungen) eine wachsende Bedeutung zu.
Diese Tatsache wird durch erste negative Auswirkungen auf entstehende Bauwerke eindrucksvoll unterstrichen. Das System AVIS dient der Verwaltung aller benötigten Daten von Altbergbauobjekten und der Optimierung und Planung von Verwahraufgaben.

AVIS gestattet dem Anwender, die Auswirkungen des Altbergbaus auf raumplanerische Vorhaben zu bestimmen, die Planung von Verwahraufgaben zu optimieren und die Ergebnisse der Verwahrungen zu erfassen.

AVIS wurde im Auftrag des Bundeslandes Brandenburg entwickelt. Nach vorliegenden Erkenntnissen gab es auf dem Territorium des Landes Brandenburg 270 untertägige Braunkohlegruben. Die Daten über diesen Altbergbau, über Bergschäden, über die relevante geologische und topographische Situation sind in verschiedensten Dokumenten, Karten und in unterschiedlichsten Archiven verstreut. Dadurch wird ihre Nutzung für Planungs- und Standortverfahren erheblich erschwert. Weiterhin ist eine exakte topographische Einordnung der Grubenrisse für die Durchführung von Verwahrungsarbeiten unerlässlich, um möglichst genaue Angaben über optimale Bohransatzpunkte zu erhalten und damit die Anzahl von Fehlbohrungen zu minimieren.

AVIS besteht aus einer Sachdatenbank und einem geographischen Informationssystem (GIS). Die Datenbank ermöglicht ein Recherchieren im Bestand der erfassten Altbergbauobjekte nach ihrer geographischen Einordnung und ihrem Bearbeitungsstand.

Es können Daten zu folgenden thematischen Schwerpunkten abgefragt und bearbeitet werden:

Zu jedem Objekt wird eine Deckgebirgsbeschreibung abgelegt, die es gestattet, für verschiedene Areale die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Tagesbrüchen sowie deren Ausdehnung zu berechnen.

Im GIS werden die in die aktuellen topographischen Karten eingepassten Grubenrisse verwaltet (auch in dreidimensionaler Darstellung). Durch eine Sachdatenanknüpfung an die verschiedenen Elemente des Grubenkörpers können Informationen wie Gefährdungsbereiche und gefährdete Objekte, Teufen, exakte Koordinaten und Hohlraumvolumina gewonnen werden. Außerdem ermöglicht das System das Erstellen von thematischen Karten zum Altbergbauobjekt und seiner Umgebung.

AVIS gestattet dem Anwender, die Auswirkungen des Altbergbaus auf raumplanerische Vorhaben zu bestimmen, die Planung von Verwahraufgaben zu optimieren und die Ergebnisse der Verwahrungen zu erfassen.