NOVO Druckgefäßbelastung
Dieses DV-System ermöglicht es, Neutronenfluenzen und DPA-Raten für WWER-Reaktordruckgefäße im Rahmen von Einsatzplanungsrechnungen zu ermitteln und über die Gesamtlebenshistorie der Druckgefäße zu verfolgen.
Dabei werden die beladungsabhängigen Quelldichteverteilungen direkt aus den Makroabbrandrechnungen übernommen und mit der Genauigkeit von Monte-Carlo-Rechnungen weiterverarbeitet.
Grundlage des Systems ist ein einmalig mit dem MC-Programm TRAMO berechneter, von der Reaktorgeometrie abhängiger Satz von Greenschen Funktionen, mit dessen Hilfe der Einfluss eines Quellterms auf verschiedenste Aufpunkte an der Innen- und der Außenwand des Reaktors ermittelt werden kann.
Die Wechselwirkung zwischen Neutronen hoher Energien und dem Reaktordruckgefäß bewirkt Materialschädigungen im Druckgefäßstahl, die sich in einem Anwachsen der Sprödbruchtemperatur bemerkbar machen.
Wichtigste Voraussetzung für die Einschätzung der Materialbeeinflussung ist folglich die Berechnung der Orts- und energieabhängigen Neutronenflussdichte im Druckgefäßbereich. Wenn man solche Berechnungen in der erforderlichen Qualität durchführen kann, dann ist es u.a. möglich
- die Reserven der RDG hinsichtlich der Neutronenflussbelastung zu ermitteln,
- Maßnahmen zur Senkung der Fluenz schneller Neutronen (z.B. low-leakage-Beladungen) quantitativ zu bewerten und
- Bestrahlungsexperimente, die im Druckgefäßbereich durchgeführt wurden, zur Einschätzung der verwendeten Rechenprogramme heranzuziehen.
Mit den Programmen HELIOS und NOVO wurden Hilfsmittel geschaffen, die die Berechnung der Strahlenbelastung von WWER-440 und WWER-1000 (Prototyp) gestatten. Dieses Problem wurde in 2 Teile aufgespalten.
- Berechnung der Spaltquellverteilung in der Spaltzone mit üblichen Makrorechenprogrammen, wie sie im Rahmen von Einsatzplanungsrechnungen genutzt werden.
- Ausgehend von dieser Quellverteilung transporttheoretische Berechnung der energieabhängigen Fluenz im Druckgefäßbereich.
