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Ingolf Auler
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AKAT - Berechnung der Aktivierung von Reaktorkomponenten

Für die Planung der Stilllegung ist die Kenntnis des Radioaktivitätsinventars des Reaktordruckbehälters, seiner Einbauten und des Biologischen Schildes von eminenter Bedeutung. Diese Komponenten enthalten nach dem Entfernen des Kernbrennstoffes von der Anlage 99% der verbliebenen Radioaktivität. Da für die Stilllegung überwiegend längerfristige Aspekte (1 bis 100 Jahre) zu berücksichtigen sind, haben die den Leistungsbetrieb dominierenden kurzlebigen Nuklide (< 0,5 Jahre Halbwertzeit) nur eine untergeordnete Bedeutung.

Das Rechenprogramm AKAT 4 ist ein speziell auf die Erfordernisse der Planung der Stilllegung von Kernkraftwerken ausgerichtetes Rechenprogramm. Mit AKAT 4 berechnen wir die Aktivierung des Reaktordruckgefäßes, seiner Einbauten und des Biologischen Schildes. AKAT 4 berücksichtigt etwa 70 verschiedene Kernreaktionen, die zu ca. 50 für die Stilllegung relevanten Nukliden führen. Die zu berücksichtigenden Bestrahlungshistorie und die Abklingzeiten können variiert werden. Die Ergebnisse werden in Tabellenform dargestellt und umfassen nuklidspezifische, massenspezifische und absolute Radioaktivitäten für einzelne Strukturteile und Aufpunkte.

Mit dem Rechenprogramm AKAT 4 führen wir seit mehr als 20 Jahren Aktivierungsrechnungen durch. Von Vorteil ist, dass infolge der Berechnung bereits Aktivierungswerte zur Verfügung gestellt werden können, bevor meist zerstörende Probennahmen möglich sind. Des weiteren werden auch solche Radionuklide berechnet, die sonst nur durch teure, aufwändige Messungen an Proben nachgewiesen werden können. Im Rahmen eines Forschungsprogramms für die Europäische Gemeinschaft verifizierten wir die Rechenergebnisse von AKAT 4 mit guter Übereinstimmung durch Messwerte aus den Biologischen Schilden der Kernkraftwerke Gundremmingen und Lingen.